75 Jahre Kriegsopfersiedlung

 

Lageplan

 

Bereits nach dem Ende des 1. Weltkrieges machte man sich Gedanken, vor allem in den Veteranenverbänden wie dem Kyffhäuserbunde, wie man das die schlimme Not der Schwerkriegsbeschädigten lindern könne. Als Lösung fand man die Zuteilung einer Siedlerstelle von ca. 800 bis 900 m² mit einem einfachen Haus mit mehreren Zimmern. Die Siedler sollten sich mit Gemüse- und Obstanbau, sowie Kleintierhaltung einen großen Teil ihres Lebensunterhalts selbst erwirtschaften können. Diese Idee fand so großen Anklang, dass bereits 1920 in Berlin die Organisation „Gemeinnützige Kriegersiedlung“ gegründet wurde, welche die Umsetzung dieses Planes verfolgte. Während in anderen Städten wie Hamburg, Dresden und Leipzig bereits in der Weimarer Republik solche Siedlungen errichtet wurden, verzögerte die Weltwirtschaftskrise den Bau unserer Siedlung. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP 1933 wurde die Idee wieder aufgegriffen, da sie populär und erfolgreich war.

   

1. Spatenstich

 

Schon am 14. April 1934 wurde unter großen propagandistischen Aufwand und der Anwesenheit hochrangiger Parteigrößen der 1. Spatenstich vollzogen. Vorher waren aber etliche Vorleistungen durch die Stadt Nürnberg nötig: Obwohl die Stadt in diesem Bereich eine stattliche Anzahl an Äckern besaß, musste doch durch Flächenausgleich mit anderen Besitzen das Bauareal von 53000m² geschaffen werden. 

 

Bauabschnitt

 

 

 

Dieses Gebiet wurde in 62 etwa gleich große Parzellen aufgeteilt, die dann unter den Siedlern verlost und auf 60 Jahre Erbpacht dem späteren Siedler überlassen wurden. Es wurden die Straßen und Wege markiert, Strom und Wasser verlegt. Bereits am folgenden Tag, also am 15. April wurde mit dem Bau der Häuser begonnen und der zukünftige Siedler musste selbst mit anpacken oder, wenn er auf Grund seiner Schwerbeschädigung dazu nicht in der Lage war, einen Ersatzmann stellen. 

 

Arbeiter

 

 

Obwohl die gesamten Arbeiten am Bau nur in Handarbeit erledigt wurden, konnten die Siedlerhäuser bereits Mitte Dezember des gleichen Jahres bezogen werden. Nach Aussagen von Zeitzeugen, Kindern von Erstsiedlern, versanken die Pferdewagen, die den Umzug durchführten, stellenweise bis zu den Achsen im Schlamm. 

 

 

Siedlerhaus

Die Häuser waren als Doppelhäuser errichtet, waren teilunterkellert und hatten eine Grundfläche von 8,7o m x 7,80 m also rund 68m², an der Rückseite war noch ein Anbau mit ca. 13 m². Im Untergeschoss befand sich die Küche mit einem Kohleherd und einem Elektroherd, was für die damalige Zeit sehr fortschrittlich war, sowie das Elternschlafzimmer, zwei kleine Kinderzimmer, die Waschküche und im Anbau das Plumpsklo. Nur bei 22 Häusern war im Obergeschoss ein Zimmer zur Giebelseite hin ausgebaut.

Im folgenden Frühjahr wurden die Straßen mit Schotter verfestigt und die Siedler bekamen die Grundausstattung für ihre Siedlerstelle: Obstbäume, Beerensträucher, Heckenpflanzen, Gartengeräte, Sämereien und Kleinvieh, wie Stallhasen, Hühner und Enten.

 

Gartenplan

 

 

Dazu erhielt jeder Siedler einen Plan, auf dem detailliert aufgeführt war, wo jeder einzelne Baum und Strauch gesetzt werden musste. Außer den Häusern und Gärten gab es keinerlei Einrichtungen. Die Kinder mussten, wie auch heute, in die Schule nach Schniegling, wo sich auch die einzigen Einkaufmöglichkeiten befanden. Ab 1935 verkaufte die Bäckerei Neudecker einmal in der Woche Brot in der Siedlung und Milch wurde täglich auf Bestellung geliefert. Der nächste Arzt und Zahnarzt praktizierte in Buch, und zur Arbeit gelangte man mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur nächsten Straßenbahnhaltestelle: Fuchsstraße oder Westfriedhof.

 

 

Bauabschnitt 

 

Erst im Jahre 1937 konnte der 2. Bauabschnitt begonnen werden: Die Dankopfersiedlung I also östlich der Leitenfeldstraße, einschließlich Düppelerstraße und Pfandäckerstraße auf einer Fläche von 33000². Sie umfasste 40 Siedlerstellen und auch diese Häuser konnten noch 1937 bezogen werden. 

 

 

Siedlerhaus

 

Die Häuser sind gegenüber denen des 1. Bauabschnitts leicht abgeändert: Der Anbau ist jetzt an der Seite und sie sind nicht unterkellert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der damalige Grundwasserspiegel sehr hoch war und die Keller häufig nach starken Regenfällen überschwemmt waren.

 

 

Siedlerhaus

 

 

Auch mussten die zukünftigen Siedler nicht mehr beim Bau mitarbeiten, aber ca. 300 RM bezahlen.

   

Bauabschnitt

 

 

Im darauf folgenden Jahr wurden noch 10 Eigenheime errichtet. 

 

 

Bauabschnitt

 

 

1942 wurde mit dem 3. Bauabschnitt, der Dankopfersiedlung II, begonnen, doch durch die Kriegsumstände zog sich die Fertigstellung der 14 Siedlerstellen bis 1944 hin. 

 

 

 Hochwasser

Wegen des hohen Grundwasserspiegels wurde im Jahr 1942 durch französische Kriegsgefangene ein Entwässerungskanal durch die gesamte Siedlung gebaut, der aber nur zur Absenkung des Grundwassers diente und an den die Abwasserrohre der Häuser nicht angeschlossen werden durften.

 

 

Wanderarbeitsstätte

 

 

Im Bereich der heutigen Rendsburger Straße waren bereits um die Jahrhundertwende 3 massive Baracken für Wanderarbeiter errichtet worden.

 

 

FLAK-Stellung

 

 

Diese dienten seit 1939 als Feuerleitzentrale für die Flak im Norden Nürnberg und vor allem für die 8,8 cm Flakbatterie ca. 800 m in Richtung Fürth. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass dieses Areal ein bevorzugtes Ziel alliierter Bomber darstellte. Bereits beim ersten Großangriff in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1943 wurde die Flakzentrale getroffen und vernichtet.

 

zerstörte Siedlerhäuser

 

Getroffen wurden aber auch 4 Siedlerhäuser, die völlig zerstört wurden und erst nach dem Krieg wieder aufgebaut wurden. In der nächsten Umgebung waren etliche Häuser so beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnt werden konnten. Noch mehr Häuser waren abgedeckt und den meisten fehlten die Fenster. Erst nach provisorischen Reparaturen konnten die Siedler wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

 

 

zerstörte Siedlerhäuser

An Stelle der zerstörten 3 Baracken der Flakleitstelle wurden 3 Arbeitsdienstbaracken aufgestellt, in die ausgebombte Nürnberger Familien eingewiesen wurden. Genau so wurde mit den Siedlerhäusern verfahren, die nach Ansicht der Behörden noch Personen aufnehmen konnten. Am Ende des Krieges lebten in den 122 Häusern und 3 Baracken ca. 2100 Personen in einer qualvollen Enge.

Das Kriegsende brachte für die Siedler nur eine kurze Erleichterung, denn da die Amerikaner die Siedlung als eine Nazi–Organisation einstuften, drohte allen Siedlern die Ausweisung aus ihren Häusern. Durch langwierige Verhandlungen konnten schließlich die Sieger überzeugt werden, dass nur wenige hochrangige Funktionäre in der Siedlung gewohnt hatten, die sich aber bereits abgesetzt hatten. Die Jahre nach dem Krieg verliefen in den gewohnten Bahnen bis zur Währungsreform: Sie werden sich alle an Berichte im Fernsehen erinnern, als am Tag nach der Reform die Schaufenster überquollen und die Passanten Angebote bestaunen konnten, die sie zum Teil seit Jahren nicht mehr gesehen hatten. Ähnliches geschah in der Siedlung: Zwar waren keine bis zum Rand gefüllten Schaufenster zu sehen - es gab ja keine, aber es kam quasi zu einer Explosion von „Ich-AG‘s“.

 

Anni Müller

 

 

Im Jahre 49 waren neben etlichen Handwerksbetrieben wie Schustereien, Schreinereien und dgl. 3 Lebensmittelgeschäfte,

Fischer

 

 

 

2 Milchläden, 1 Metzgerei und 3 Flaschenbierhandlungen eröffnet worden.

 

 

 

Emilie Schober

 

 

 

 

Nun konnte die Versorgung vor Ort erledigt werden. In dieser Zeit wurde auch die unbebaute Fläche 

Oskar Betz

 

 

 

 

zwischen der Rendsburger Straße und den bereits gebauten Häusern entlang der Raiffeisenstraße durch sogenannte

 

Kurt Konrad

 

 

Behelfsheime geschlossen. Diese kleinen Häuser auf vergleichsweise winzigen Grundstücken errichteten Arbeiter der AEG und Triumph mit Hilfe ihrer Arbeitgeber. 

 

Satzungen

 

 

 

 

1951 schlossen sich die 3 Siedlungsteile zur Siedlervereinigung Nürnberg Schniegling e.V. zusammen. Die Mitglieder des Vereins beschlossen bereits im folgenden Jahr den Bau einer Gaststätte und eines Ladens mit Metzgerei. Schließlich fanden sich die Henninger Reifbräu, die Konsumgenossenschaft und der Metzger Kammermayer bereit, dieses Unternehmen mit Krediten in unterschiedlicher Höhe zu unterstützen.

 

 

 

Richtfest

Am 1. November 1952 erfolgte der 1. Spatenstich und bereits am 4. 7. 1953 wurden die Gaststätte (ohne Saal) und das Konsumgeschäft, die Metzgerei und die Wohnung im Obergeschoß für den Gaststättenpächter eingeweiht. Es wurden nur Materialien gekauft, die dann in Eigenleistung der Siedler in über 17 000 unbezahlten Arbeitsstunden verarbeitet wurden. Nur Arbeiten, die nicht in Eigenleistung erbracht werden durften, wurden von Firmen erledigt. Dazu musste auch ein 300 m langer Kanal durch die Siedlung gegraben werden, da der bestehende Kanal nicht für diese Gebäude genutzt werden durfte.

 

Das gleiche Jahr brachte eine weitere Verbesserung für die Siedler:Busankunft 1953

 

 

Sie wurden endlich durch die Linie 78 an den Öffentlichen Personen Nahverkehr angeschlossen. Diese Linie war bald so überlastet, dass im folgenden Jahr die Linie 79 über Wetzendorf eingerichtet wurde. Die Gaststätte und der Laden bedeuteten einerseits das Aus für die meisten kleinen Läden, zum anderen war natürlich das Wirtshaus der neue Mittelpunkt der Siedlung, vor allem in einer Zeit ohne Fernsehen und Autos.

 

Fasching

 

 

 

Hier traf man sich, um Neuigkeiten zu erfahren, zum Karteln, zu den Versammlungen und den großen Veranstaltungen, wie Faschingsbälle, Sommer- und Kinderfeste und Weihnachtsfeiern. 

Fasching

 

 

Man traf sich jedoch auch weiterhin zu privaten Feiern mit Nachbarn und Freunden zu Geburtstags- und Faschingsfeiern. Der Bau der Gastwirtschaft brachte auch für gut zwanzig Jahre den Brauch der Kirchweih hervor.

 

Kirchweih 

 

Organisiert wurde das Ereignis vom Gesellschaftsverein „Die gemütlichen Brüder“, die auch die Kirchweihburschen stellten.

 

 

Maibaum

 

   

Es wurde ein Kirchweihbaum aufgestellt, Los-, Schieß-, Eisbuden wurden aufgestellt und sogar ein Kinderkarussell lockte. Fahrende Kleindarsteller und Musiker zeigten ihre Künste und gingen anschließend mit einem Teller Geld einsammeln. Nach einigen Jahren verlegten sogar die Wetzendorfer ihre Kirchweih in die Siedlung, bis Mitte der 70er Jahre dieser Brauch durch die Einführung der Bierzelte endete.

 

Kleingarten

 

In den Jahren 53 – 57 fand außerdem die Übereignung der Häuser statt, der Grund war jedoch immer noch in Erbpacht von der Stadt Nürnberg. Im Jahre 63 konnten einige Siedler den Grund erwerben, doch stoppte die Stadt bald den Vorgang, und es dauerte bis 1979, bis nach zähen Verhandlungen die Stadt nachgab, und alle Siedler bis auf einen ihren Grund und Boden erwerben konnten.

 

Kleingarten

 

Doch zurück in die 50er. Mitte der fünfziger Jahre trat die erste grundlegende Wandlung in der Siedlung ein, die bis heute fortdauert. Die Siedlung wurde leerer, da die Zwangseingewiesenen natürlich versuchten möglichst schnell aus der drangvollen Enge zu entkommen, daneben waren auch die ersten Kinder in das heiratsfähige Alter gekommen und gründeten eigene Familien. Einige konnten weiterhin im elterlichen Haus wohnen, andere suchten sich Neubauwohnungen mit dem entsprechenden Komfort.

 

Siedlerhaus

 

Mit dem steigenden Lebensstandard stieg aber auch der Wunsch nach Steigerung der Wohnqualität: Wände wurden herausgebrochen, um größere Zimmer zu bekommen, neue Fenster eingesetzt, die Waschküchen wurden zu modernen Bädern umgestaltet und die ersten Warmwasserheizungen installiert.

Siedlerhaus

 

Wenn man die Wohnsituation in der Siedlung bis in die Mitte der 50er Jahre als vorsintflutlich ansieht, so sollte man wissen, dass dies die Wohnsituation von 80% aller Deutschen war. Auch im Garten trat eine Wandlung ein. Man war nicht mehr so auf die Selbstversorgung angewiesen und so wurde ein Teil des Nutzgartens in einen Ziergarten umgewandelt. Man legte Rasenflächen und Blumenbeete an, und pflanzte Ziersträucher: Ein vor Jahren undenkbarer Vorgang.

 

Hollywoodschaukel

 

Anfang der 60er Jahre war die Hollywoodschaukel der ganze Stolz eines Siedlers, die man dann auch so auf dem Rasen hinstellte, dass sie auch von der Straße aus gesehen werden konnte. Im Jahre 62 wurde die Siedlung endlich in die damalige Neuzeit katapultiert. In diesem Jahr erhielten alle Siedler ein Schreiben der Stadt, in dem sie aufgefordert wurden, innerhalb einer bestimmten Frist an den bestehenden Kanal anzuschließen, der bis dahin als zu klein für ein solches Unterfangen bezeichnet wurde. 

Straße

 

Während die meisten Siedler diesen Schritt als längst überfällig begrüßten, entdeckten einige wenige Siedler plötzlich die Liebe zu ihrer Abortgrube: Der Anschluss kostete 1000 DM an die Stadt und dazu noch die Kosten für die Firma, die den Anschluss durchführte und Materialkosten im eigenen Grundstück.

 

Siedlerhäuser

 

Doch die Stadt blieb hart, und so schlossen sich alle Siedler dieser Frist an. Als Gegenleistung legte die Post ein Telefonkabel und stellte ein Telefonhäuschen auf, die Stadt installierte Straßenlaternen und die Straßen wurden endlich richtig ausgebaut mit Teerdecke, Regenrinnen und Gullys.

 

Busfahrt

 

In dieser Zeit erlebte eine Form des Vereinslebens einen Höhepunkt:

Die Omnibusreisen. 

   

Während man in der Vergangenheit 1 Tagesfahrten zu interessanten Zielen unternahm, wurde man jetzt mutiger und wagte 2-3 Tagesfahrten ins Gebirge und sogar ins deutschsprachige Ausland. 

 

Schiffsreise

 

 

 

Das steigerte sich in der Folgezeit und man fuhr nach Holland, Belgien, Frankreich und Ungarn.

Paris - Eiffelturm

 

 

 

 

Viele Siedler waren zwar schon motorisiert, aber eine Gruppenreise kam immer noch billiger, und wegen der mangelnden Fremdsprachenkenntnisse fühlten sich die Siedler in der Gruppe mit einem Reiseleiter sicherer. 

 

Urlaubsreise

 

 

 

 

Die Reisen wurden erst in den 90er Jahren wegen mangelnder Teilnehmerzahlen eingestellt.

In den 60er Jahren wurden auch die ersten Häuser verkauft, und da eine Zeitlang keine gültige Bauvorschrift existierte, wurden einige Gebäude errichtet, die nicht in das Bild der Siedlung passten. Als erstes Haus wurde das Anwesen Schuckert am „Freien Platz“ in der Leitenfeldstraße verkauft und abgerissen. 

 

Flachdachbungalow

 

 

An seiner Stelle wurde ein errichtet, der sich vom bisherigen Baustil erheblich unterschied. Am nördlichen Ende der Leitenfeldstraße wurden 2 Häuser errichtet, die wesentlich größer als die bisherigen dimensioniert waren und auch noch quer zur ursprünglichen Bebauung standen. Als dann auch noch ein Künstler ein Haus mit Atelier errichten ließ, stand die Siedlung Kopf. 

 

Haus Koller

 

 

Einen Oskar Koller kannte kein Mensch, mochte er auch in der Nürnberger Künstlerszene eine Größe sein. Auch die Tatsache, dass einer der neuen Besitzer ein Stadtrat der SPD war, ließ den Gerüchten freien Raum. Als sich jedoch bald herausstellte, wie sehr sich Hans Batz mit seinen Verbindungen zur Verwaltung, Firmen und Organisationen für die Siedlung den Hort und die Arbeiterwohlfahrt einsetzte, verstummten die Vorwürfe und man war Ihm dankbar.

Oskar Koller

 

 

Auch der steigende Bekanntheitsgrad von Oskar Koller führte zu einem gewissen Stolz der Siedler, einen solch anerkannten Mann in der Siedlung zu haben.

 

Siedlerhaus

 

 

Die vormals strengen Vorschriften wurden erneut erlassen, und so mussten Neubauten bis in die Mitte der 80er Jahren noch in den ehemaligen Baufluchten errichtet werden. Doch auch dies wurde gelockert, so dass die Häuser höher gebaut werden konnten

 

Siedlerhaus

 

und schließlich wurde die Teilung der Eckgrundstücke erlaubt. Diese Maßnahme bewirkte eine grundlegende Veränderung der Bevölkerungsstruktur: Waren die anfänglichen Einwohner ausschließlich Arbeiter, Angestellte und kleine Beamte, so zog nun die günstige Verkehrslage und geringe Lärmbelästigung nun auch Akademiker und Unternehmer an.

Während die Neusiedler in erster Linie aus jungen Familien mit Kindern bestehen, schaut es bei den Nachkommen der ersten Siedler düster aus.

 

Siedlerhaus

 

 

Heute stehen in der Siedlung 3 Häuser völlig leer, und 50% aller Häuser werden nur von 1 oder 2 Personen bewohnt, und bei den meisten dieser Anwesen ist zu befürchten, dass die Kinder nicht die Siedlerstelle übernehmen werden. Es ist also zu erwarten, dass diese Anwesen in den nächsten Jahren neue Besitzer bekommen, wobei die großen Gärten bei vielen Interessenten einen Hinderungsgrund für den Erwerb darstellen könnten.

 

 

 

Besonders zu erwähnen sind zwei Männer die die Geschicke der Siedlung entscheidend prägten:

 

Herr Alfred Stahl und Herr Joseph Lettner.

 

Herr Stahl

Herr Stahl 

gehörte 40 Jahre lang dem Vorstand als Kassier an. Bereits 1949 übernahm er diese Aufgabe für die Siedlung und wurde 1951 vom Zentralfinanzamt Nürnberg als Hausverwalter ernannt. Neben dem bereits erwähnten Kassieren des Mietzinses oblag ihm auch die Aufsicht über den einwandfreien Zustand der Siedlerstellen und das möglichst friedliche Zusammenleben der Einwohner. Dank seiner akribischen Arbeitsweise und seines ausgleichenden Wesen wurden viele Probleme gelöst oder entstanden erst gar nicht. Herr Stahl zog es immer vor, mehr im Hintergrund zu agieren, und so wurden seine Leistungen eher zur Kenntnis genommen als gewürdigt. Hier ist der Platz, ihm für seine Verdienste zu danken.

 

 

 

 

Herr Lettner

Herr und Frau Lettner

 

führte von 1974 bis 1999 die Geschicke der Siedlung. In dieser Zeit war er unermüdlich für die Siedlung tätig, und eine seiner größten Leistungen war, der Stadt Nürnberg die Bereitschaft zum Verkauf der Grundstücke abzuringen.

 

Als er 1999 die Vorstandschaft niederlegte, konnte er seinem Nachfolger eine wohlgeordnete und finanziell gut ausgestattete Siedlergemeinschaft übergeben. 

Vereinslogo

 

 

Es zeichnete sich sehr schnell eine Wandlung vor allem im Vereinsleben ab. 

 

Nach Meinung vor allem jüngerer Mitglieder, wurde unter der alten Vorstandschaft der Siedlergedanke zu stark bewertet, und dies entsprach nicht ihrer veränderten Erwartungshaltung. Dies versuchte die neue Führung zu ändern:

 

Veranstaltungen

 

 

Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen aus den Nachbargemeinden wurde neu aufgebaut, die Jugend sollte integriert werden und vor allem sollte das Wirtschaftsgelände wieder zum Mittelpunkt der Siedlung gemacht werden. 

 

Aussenbereich

 

 

 

Der Biergarten wurde mit Außenschänke und Pergola renoviert, ein „Dorfplatz“ um die Kastanie angelegt und ein Brunnen wurde aufgestellt. 

 

Umgestaltung Bushaltestelle

 

 

 

Weitere Verschönerungen wie die Umgestaltung der Omnibushaltestelle sind geplant.

 

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Neuansiedler in die Siedlung integrieren. Trotzdem sollte man gelassen, ja sogar hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.




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